Cineastische Besonderheiten
Beliebt ist Locarno bei
Filmschaffenden und den regelmäßig in Massen herbeiströmenden zumeist
jüngeren
Cineasten vor allem durch seine
Atmosphäre und Publikumsnähe. Etliche Filmvorführungen finden als
Freiluftveranstaltung auf der "Piazza Grande" auf einer Großleinwand
(16 m x 14 m) statt. Wenn sich dort im Hochsommer Abend für Abend
sieben- bis achttausend Filmfreunde, Menschen aller Altersgruppen,
Nationalitäten und Schichten treffen, dann hat das selbst bei mäßigem
Wetter bleibenden Erlebniswert.
Piazza Grande
Das Locarno-Filmfest hat eine lange
Tradition der Experimentierlust und Leidenschaft für den
Autorenfilm, jene Filme die
nicht auf den sicheren kommerziellen Erfolg schielen und eher in den
Programmkinos laufen. Während
zehn Tagen werden hunderte Filme in diversen Reihen, Retrospektiven
und im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden gezeigt. Im Sommer
2004 beim 57. Internationalen Filmfestival
von Locarnowaren
es über 350. Die ab 2000 neu ins Amt gewählte Leiterin, die prominente
italienische Filmkritikerin
Irene Bignardi, steht für eine
inhaltliche und künstlerische
Kontinuität der Filmauswahl mit
sozialem und politischem Inhalt
Wirtschaftliche Bedeutung für die Region
Dank einer vom Tessiner
Staatsrat in Auftrag gegebenen
Studie der "Universität der italienischen Schweiz" (USI) in
Bellinzona gibt es aktuell
Klarheit über die wirtschaftlichen Belange, die mit den
Filmfestspielen verknüpft sind. Während der knapp zwei Wochen Dauer
des Filmfests bleiben 12 bis 13 Millionen Franken in der Region.
Gemessen an dem Kosten-Budget des Festivals von 10 Millionen bleibt
also ein deutlicher Gewinn.
Der
statistisch ermittelte durchschnittliche Filmfest-Besucher "gibt 123
Franken pro Tag aus, ist weiblich, zwischen 30 und 40 Jahre alt,
stammt aus der deutschen Schweiz, verfügt über einen hohen
Bildungsgrad sowie ein mittleres
bis hohes Einkommen". Die Sozialforscher sprechen von "touristischem
Potenzial" im Hinblick auf Kulturangebote und Gastronomie, die sich
speziell auf das hier in Massen auftretende Bildungspublikum
ausrichtet.
Sieger im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden
Das mit dem Hauptpreis verbundene Preisgeld von 90.000 Schweizer
Franken geht zu gleichen Teilen an den Regisseur und an die
Produzenten des Sieger-Films.
2004 Private
(Saverio Costanzo), Italien
2003 Khamosh Pani -
Silent Waters (Sabiha
Sumar), Pakistan
2002 Das Verlangen
(Iain Dilthey), Deutschland
2001 Alla rivoluzione sulla due
cavalli (Maurizio Sciarra),
Italien
2000 Baba
(Shuo Wang), China
Artikel gefunden in:
http://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Filmfestival_von_Locarno